Geschichte

Von 1478 bis 2006: 528 Jahre Triana und Vegueta im Schnelldurchlauf ...

:: An einem lauen Juniabend im Jahre 1478, genau dem 24. des Monats, legte ein spanischer Eroberer namens Rejon Fuss auf die damals noch ursprüngliche und von Palmen uebersähte Insel. Orientierungslos wandte er sich an einen Einheimischen, um zu erfahren welcher Ort wohl der günstigeste für die Errichtung des ersten spanischen Forts auf Gran Canaria sei.

Aufgrund der Nähe zum einem Fluss, dem Meer und der leicht erhöhten Lage, empfahl ihm dieser ominöse Einheimische die Gegend rund um den Barranco de Guiniguada (Barranco = Flussbett). Bevor die Spanier ihre Äxte auspackten, wimmelte es an diesem Ort nur so von Palmen, woraufhin dieses Fort kurzum und nahe liegend auf den Namen „Real de las Palmas“ getauft wurde.

Bereits im 16. Jahrhundert nahm diese Festung städtischen Charakter an und breitete sich allmählich auf beide Seiten des Flusses aus. Die beiden sevillanischen Altstadtviertel Vegueta und Triana waren namensgebend für diese in „Real de las Palmas“ neu entstandenen Stadtviertel.

Triana entwickelte sich bald zum Arbeits- und Wohnviertel der Mittelschicht. In Vegueta wurden Regierungsgebäude, Kathedralen, Kirchen und vor allem die Nobelhäuser des Adels, mit ihren typisch-kanarischen und luxuriösen Innenhöfen, errichtet.
Glücklicherweise sind viele in dieser Epoche errichtete Gebäude noch heute gut erhalten und finden immer noch als Wohnhäuser, Geschäfte oder Restaurants Verwendung. 70% der heute die Calle Mayor de Triana (Hauptstrasse von Triana) säumenden Häuser stehen heute unter Denkmalschutz.

Bis Ende des 16. Jahrhunderts
hatte die Altstadt trotz ihrer strategisch wichtigen Lage, die neue und die alte Welt verbindend, kaum mehr als 5500 Einwohner. Über Jahrhunderte hinweg verlief das Leben fernab vom spanischen Mutterland hier ruhig und langsam und die Einwohnerzahl stieg nur unmerklich an. Ende des 19.Jahrhunderts lebten hier noch immer erst rund 16.000 Menschen.

Ab dem 20.Jahrhundert nahm die wirtschaftliche, touristische und strategische Bedeutung der Stadt aber immer mehr zu, was logischerweise zu einem sprunghaften Anstieg der Bevölkerungszahlen und der Ausdehnung der Stadt in Richtung Norden führte.
Diese für die Gesamtheit der Stadt positive Entwicklung, läutete für die Altstadt eine der dunkelsten und negativsten Epochen ihrer Existenz ein.

In den 50er Jahren versuchte ein Grossteil der Einwohner der Stadt eine Wohnung in den im Norden neu entstandenen Stadtvierteln zu ergattern, was zu einer schleichenden Entsiedelung der Altstadt führte und dieselbe in eine heruntergekommene und verwahrloste Geisterstadt verwandelte.

Wie in ganz Europa wurden auch in Gran Canaria in den 60er Jahren unzählige Umweltsünden begangen. In Las Palmas fiel diesem mangelnden Umweltbewusstsein und kurzsichtigen, von Profitgier getriebenen Denken, ein Teil der historischen Identität von Las Palmas zum Opfer: der Barranco de Guiniguada, dessen Wasser den ersten Siedlern hier überhaupt erst das Ueberleben ermöglichte, wurde zugeschüttet und zu einer Autobahn "umfunktioniert". Wo einst das kostbare Trinkwasser Richtung mehr rauschte, rauscht heute nur mehr der Verkehr.

Die Regierung und vor allem die Einwohner von Las Palmas wurden sich jedoch bald der Wichtigkeit der historischen Wurzeln ihrer Stadt bewusst und konnten Gott sei Dank dieser für die Altstadt erschreckenden Entwicklung erfolgreich entgegenwirken.
Die verfallenden Fassaden der historischen Gebäude wurden wieder zu altem Glanz geführt, die Patios (= Innenhöfe) revitalisiert, die Kathedralen und Kirchen restauriert, neue kommerziellen Zonen erschlossen (z.B. Calle Mayor de Triana), Parks angelegt und grosszügige und zum Flanieren einladende Fussgängerzonen errichtet.

Der vielleicht wichtigste Faktor bei der Wiederbelebung der Altstadt war aber die Errichtung der den Norden mit dem, aus touristischer Sicht, immer wichtiger werdenden Süden verbindenden Autobahn. Vegueta und Triana befanden sich dadurch plötzlich mitten zwischen den neu erschlossenen Stadtvierteln im Norden und dem wirtschaftlich immer stärker werdenden Sueden.

Heute ist die Altstadt neben dem Canteras Strand das touristische Zentrum der Stadt. Darüberhinaus spielt sich hier ein grosser Teil des sozialen und kommerziellen Lebens der Stadt hier ab. Neue Museen (Kolumbus Museum ...) und Kunstgalerien, Kulturzentren (Atlantisches Zentrum der modernen Kunst) Bibliotheken und unzählige internationale und heimische Geschäfte haben die Altstadt nicht nur für Einheimische, sondern vor allem für Touristen aus aller Herren Länder zu einem Ort gemacht, an dem man die Seele baumeln lassen und sich den schönen Dingen des Lebens zuwenden kann.